Gesche Hand, 39, kandidiert erstmalig für die GRÜNEN um einen Platz sowohl im Bezirksrat als auch im Stadtrat. Die Mutter von drei Kindern arbeitet im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement und wohnt seit 2008 in Volkmarode. Einen Namen hat sie sich gemacht, als sie im letzten Jahr erfolgreich eine Aktion für eine bessere Schulkindbetreuung an der Grundschule Volkmarode aktiv mit umgesetzt hat.
Frau Hand, warum diese Aktion für mehr Hortplätze an der Grundschule Volkmarode?
In erster Linie war es mir wichtig, aktiv etwas dafür zu tun, dass mehr Familien die Chance bekommen, Kinder und Berufstätigkeit vereinbaren zu können. Mich hatte es einfach aufgeregt, dass wir Familien hier hatten, bei denen ein Elternteil seinen Job an den Nagel hängen musste, nur weil das Kind aus dem Kindergarten in die Schule gekommen war.
War die Aktion ein Erfolg?
Ja, nachdem wir die Werbetrommel für mehr Hortplätze ausreichend gerührt, zahlreiche Eingaben beim Rat gemacht und mit vielen, vielen Eltern bei der Bürgersprechstunde von Dr. Hofmann im Feuerwehrhaus hier in Volkmarode lautstark auf den Missstand aufmerksam gemacht hatten, klappte es dann. Heute gibt es 40 Plätze mehr und damit eine deutlich bessere Situation für die Familien.
Und nun die Kandidatur für die GRÜNEN. Ist das ein logischer Schritt gewesen?
In gewisser Hinsicht ja. Die Aktion im letzten Jahr hatte mir auch gezeigt, dass es sich lohnt mehr Demokratie zu wagen. Das ist einer der zentralen Forderungen der GRÜNEN in Braunschweig – mehr Bürgerengagement auch in anderen wichtigen Entscheidungen wie der Stadtbahntrasse statt autokratischem „Durchregieren“ von oben nach unten. Es gibt da noch eine Menge zu tun und es für mich nur konsequent nun auf diesem Weg weiterzugehen.
Werden Sie sich weiter für Kinder einsetzen?
Das bleibt selbstverständlich einer meiner Schwerpunkte, es gibt ja noch viele drängende Projekte, für die ich mich engagieren möchte. Zum Beispiel bei der Planung und Umsetzung einer zukunftsweisenden OGS nach Braunschweiger Modell unter Einbeziehung z.B. der Sportvereine. Oder für die Durchsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung im Schulbereich zwischen Finken- und Seikenkamp. Durch den erhöhten Durchgangsverkehr bei unübersichtliche Straßenführung und einer inzwischen deutlich gestiegene Zahl von Kindern, sind die eilig abkürzenden Berufspendler lebensgefährlich. Auch die neue IGS zu einem lebendigen Bestandteil des Braunschweiger Ostens zu machen ist ein weiteres wichtiges Thema. Dabei ist zum Beispiel die Frage zu klären, wie wir die große Zahl an Fahrschülern überhaupt sicher und anwohnergerecht dorthin bekommen. In diesem Zusammenhang müssen wir natürlich dann über die Stadtbahn sprechen. Um den Bürgerinnen und Bürgern im Braunschweiger Osten eine starke Stimme zu verleihen und wirkungsvoll die Interessen des größten Stadterweiterungsgebiets zu vertreten, kandidiere ich zusätzlich für den Stadtrat. Aber das sind alles nur Teilaspekte. Mir geht es eigentlich um mehr.
Nämlich?
Ich möchte Strukturen schaffen und Initiativen verwirklichen, mit denen es möglich wird, dass wir alle hier – die Alteingesessenen wie die neu Hergezogenen, mit und ohne Kinder, alt und jung –, dass wir alle mit viel Bürgerbeteiligung unsere Stadtteile so gestalten, dass sie so bleiben können, wie wir sie lieben: Stadtteile, die uns urbane Mobilität genauso ermöglichen, wie das Wohnen im Grünen.
Und was ist mit den klassischen Themen der GRÜNEN?
Selbstverständlich gehören Umwelt- und Klimaschutz genauso zu meiner Agenda, denn spätestens in diesem Jahr müsste eigentlich jedem klar geworden sein, dass es so wie bisher nicht weitergeht. Wir werden uns auch im Zuge der Energiewende ganz lokal und vor Ort mit dem Thema Netzausbau und damit dem Neubau von Stromleitungen beschäftigen müssen, die bekanntermaßen auch niemand vor seiner Haustür haben möchte. Wir brauchen auch für Volkmarode, Schapen und Dibbesdorf eine Energiewende. Mein Traum wären Stadtteile, die sich mit einem intelligenten Netzwerk von kleinen bis kleinsten Anlagen zur Erzeugung von Naturstrom – Solar- und Windkraftanlagen, Mini-Blockheizkraftwerke und so weiter – selbst versorgen können.
Ein hochgestecktes Ziel.
Ja, aber wer sich keine Ziele setzt, kann auch nichts erreichen. Ich habe einfach eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie Volkmarode, Dibbesdorf oder Schapen aussehen könnten, wenn wir die Ziele, die ich mir gesteckt habe, erreichen. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass wir uns zusammen auch mit einfachen Dingen beschäftigen: Der Einrichtung eines regelmäßigen (Bio)-Wochenmarktes, bunten Stadtteilfesten, gemeinsamen Pflanz- und Begrünungsaktionen, oder der Errichtung eines Stadtteilhauses. Ich wünsche mir einfach, dass Volkmarode, Dibbesdorf und Schapen bei allen Veränderungen für jedes Lebensalter lebendige, lebenswerte und nachbarschaftliche Stadtteile bleiben. Dafür setze ich mich ein.
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